|
Nicht selten sogar
erweist sich der historische Entwicklungsgang einer
aktuellen Errungenschaft als erstaunlich und
faszinierend, sobald unmittelbare Zeugnisse -
originale Gegenstände von Schauplätzen ausgeübter
Heilkunde und Arzneimittelbereitung - ihn
ausschnitthaft aufscheinen lassen. Der
wissenschaftlichen Erforschung, öffentlichen Präsentation
und fortschreitenden Erwerbung solcher Sachquellen der
Heilkunde und des Apothekenwesens zurückliegender
Zeitalter widmet sich die 1997 eröffnete Medizin- und
Pharmaziehistorische Sammlung Kiel der
Christian-Albrechts-Universität.
Beim Anblick der
Gerätschaften, Arzneidrogen und Bildobjekte aus
vergangenen Epochen belebt sich die historische
Phantasie. Zugleich wird Ihnen beim Betrachten der
zahlreichen Exponate aus unterschiedlichen Kulturen
verdeutlicht, wie und wozu die Gegenstände, zum
Beispiel eine Eiserne Lunge, einst benutzt wurden, und
es wird Ihnen bewusst, worauf die Medizin und das
Apothekenwesen der Gegenwart geschichtlich beruhen und
welcher rasche Wandel sie charakterisiert.
In den Schauräumen
der Sammlung sind ausschließlich originale funktionsfähige
Sachzeugen aus vielen verschiedenen medizinischen
Bereichen zu sehen. Als geschlossene Inszenierung
erwarten den Besucher Einrichtungen von
Apotheken-Arbeitsräumen aus dem Zeitalter
vorindustrieller Arzneimittelherstellung, die
Ausstattung einer Arztpraxis (1890-1960), ein
Sektionsraum mit über 500 pathologischen Feuchtpräparaten
(1912-1961), eine Bestrahlungsapparatur zur Röntgentiefentherapie
von Tumoren (1931) und ein komplett installiertes
Elektronenmikroskop (1951). Zu den besonderen
Attraktionen des Museums zählen eine geburtshilfliche
Lehrsammlung krankhafter Beckendeformitäten (19. Jh.)
und ein Heilpflanzen-Herbarium (1684).
|