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Jüdisches Museum und 

 

Dr.-Bamberger-Haus

 

Jüdisches Museum Rendsburg


Jüdisches Museum Rendsburg
und Dr.-Bamberger Haus
Träger: Rendsburger Kulturkreis e.V.
Prinzessinstraße 7-8
24768 Rendsburg

Tel.: 0 43 31 - 2 52 62
Fax: 0 43 31 - 2 47 14

Öffnungszeiten

Dienstag - Samstag
11.00 - 13.00, 16.00 - 18.00 Uhr
Sonntag 15.00 - 18.00 Uhr

Gruppen nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten

 

In Rendsburg ist ein vollständiges jüdisches Gemeindezentrum erhalten geblieben aus der Zeit vor der rechtlichen Gleichstellung der Juden: Synagoge (erbaut 1844/45), Mikwe im Keller des Vorderhauses und Talmud-Tora-Schule (erbaut 1830er Jahre; Talmud-Tora-Schule war eine Grundschule mit erweitertem Religionsunterricht einschließlich Hebräisch.)  

Bei den Restaurierungsarbeiten 1983 wurde der Grundstein gefunden. Nach jüdischer Zählung das Jahr 5604 = 1844. Er enthielt eine Kassette mit Münzen aus der Zeit Christian VIII. und das zerbröselte Grundsteindokument - die zweite Ausfertigung des Dokuments befindet sich im Leo-Baeck-Institut, New York. Einweihung der Synagoge am 12. November 1845 durch den Altonaer Oberrabbiner Ettlinger.

In der Pogromnacht vom November 1938 verübten zwei Rendsburger SS-Männer einen Sprengstoffanschlag auf die Synagoge und zerstörten das Zentrum, den Thoraschrein. Es folgte die "Arisierung": Eine Fischräucherei wurde im Gotteshaus der durch die erzwungene Abwanderung stark dezimierten Gemeinde eingerichtet und bis 1981 betrieben.

Anfang der 70er Jahre entdeckten der Kieler Ur- und Frühgeschichtler Ole Harck, längere Zeit fast alleiniger Erforscher der jüdischen Regionalgeschichte, und der Rendsburger Landtagsabgeordnete Günter Neugebauer das Synagogengebäude wieder und setzten sich mit Unterstützung auf Stadt-, Kreis- und Landesebene erfolgreich für die Wiederherstellung des Gebäudes ein.

Der schöne spätklassizistische Saal wird so seitdem für Wechselausstellungen zur zeitgenössischen Kunst und zur jüdischen Geschichte und Kultur genutzt. Er bietet auch für Konzerte und Lesungen ein beeindruckendes Ambiente. Im Keller des Vorderhauses werden in den Räumen der ehemaligen Mikwe die zehn Gemeinden dokumentiert, die es einmal in Schleswig-Holstein gab. 1988 konnte die frühere Schule, die schon lange nur noch Wohnungen beherbergte, als Jüdisches Museum Rendsburg mit einer Sammlung des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums nach dem Konzept des Landesmuseumsdirektors Heinz Spielmann eingerichtet werden. Diese Sammlung zeigt Werke von als Juden verfolgten deutschen Künstlern und Werke von Nichtjuden mit jüdischer Thematik.

Höhepunkt des Jahres sind die seit 1989 auf Anregung des Kultusministeriums veranstalteten Novembertage, die dem Gedenken an den Pogrom von 1938 gewidmet sind. Die Sonderausstellungen und Veranstaltungen zu verschiedenen Aspekten des Judentums, auch die Begegnung mit jüdischen Künstlern oder Zeitzeugen, haben der Veranstaltungsreihe überregionale Anerkennung verschafft.

Weitere Einrichtungen im Jüdischen Museum Rendsburg und Dr.-Bamberger-Haus

Die Bibliothek: Die etwa 10.000 Bände umfassende Präsenzbibliothek zur jüdischen Geschichte und Kultur ist für Jedermann zugänglich (Telefonische Anmeldung).

Die Artothek: Der Rendsburger Kulturkreis unterhält im Haus eine Artothek mit ca. 500 Blättern, die gegen eine geringe Gebühr entliehen werden können.

Das Gästeatelier: Seit 1985 können bildende Künstler und Literaten als Stipendiaten des Landes Schleswig-Holstein für einige Monate hier an einem jüdischen Thema arbeiten.

 
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