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Es
war einmal eine Zeit dies ist kein Märchen , da lag
das Land, das heute Schleswig-Holstein heißt, auf dem
Grund eines unermesslichen Salzmeeres. Gut zweihundert
Millionen Jahre mag das her sein. Das große Meer
verdunstete. Nein, nicht von heute auf morgen oder von
vorgestern auf gestern - ein paar Millionen Jahre wird
das schon gedauert haben. Es hinterließ jedenfalls
ein Gebirge aus Salz, das gewaltig bis zu mehreren
Hundert Meter Höhe aufragte.
Etwa hundert Millionen Jahre später wurde die
grandiose Salzlandschaft wieder überflutet - unzählige
Generationen von Meerestieren fanden sich nach
Vollendung ihres maritimen Lebens in einem riesigen
Beinhaus auf dem Meeresboden zusammen. Diese
erdmittelalterliche Kreideschlammschicht erreicht zum
Beispiel bei Tönning eine Mächtigkeit von 425, bei
Kiel immerhin noch 250 Meter .
Das in der Tiefe lagernde Salz jedoch wurde unter ihrem Druck weich und plastisch. Es begann zu arbeiten und quoll unterirdisch in den Klüften und Lücken der Deckgebirge nach oben. An einigen Stellen brachte es sogar Kostproben der unter ihm liegenden Gesteine aus dem Erdaltertum nach oben: Die Schichten des roten und weißen Buntsandsteins von Helgoland sind mehr als zweihundert Millionen Jahre alt; das rote Gestein von Lieth bei
Elmshorn ist sogar noch rund fünfundachtzig Millionen Jahre älter.
Und es ist auch kein Märchen, dass dieses Land Schleswig-Holstein, das an vielen Orten so
»ursprünglich« anmutet und dessen Bewohner sich immer noch gern an den kategorischen Imperativ halten:
»Dat war so - un dat blivt ok so!« dass dieses Land dennoch vergleichsweise jung ist, wenn man es mit den Augen des Geologen betrachtet.
Der größte Teil des Landes würde nämlich heute noch unter dem Meeresspiegelliegen, wenn nicht in der Erdneuzeit von Nordosten her das Eis gekommen wäre. Dreimal schob es sich über unser Gebiet und brachte das Material mit, aus dem Grund und Boden für den Appendix der Norddeutschen Tiefebene wurden: ein Geschenk des Nordens, dessen Import vor vielleicht
600.000 Jahren begann, vor etwa 200.000 Jahren die Altmoränenlandschaft des schleswig-holsteinischen Mittelrückens schuf und vor
nur 20.000 Jahren das östliche Hügelland bildete.
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